Sofia Coppola macht sich bei New Yorkern unbeliebt

Nein, besonders beliebt hat sich Sofia Coppola mit ihren neuen Film „On the Rocks“ bei manchen Einwohnern New Yorks nicht gerade gemacht. Denn mit den Dreharbeiten zur Tragikomödie sorgten die Filmemacherin und ihr Team im Stadtviertel SoHo für mächtigen Ärger. Der Grund: offenbar benahm sich das Filmteam in der Gegend wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen. Was war passiert?

Der Ärger einer Floristin

Zunächst hatten Coppola und Co. in SoHo, dem Einkaufsviertel New Yorks, eine Floristin verärgert. Die Unternehmerin hatte Anfang Juni 2019 darüber geklagt, dass die Produktion von Apple ihre Kunden vertreibe. Das wollte sie nicht auf sich sitzen lassen und brachte an ihrem Laden ein Banner an. Darauf wie sie mit großen Buchstaben unmissverständlich darauf hin, dass der Dreh von „On the Rocks“ der Tod für Kleinunternehmer sei.

Die Verantwortlichen des Coppola-Films reagierten prompt und verlegten die Dreharbeiten um einige Straßen. Auch das kam nicht gut an. Diesmal ärgerten sich die Nachbarn der Floristin. Die hätten das Filmteam gerne am alten Ort behalten. Sie hatten nämlich darauf gesetzt, dass der Film die Aufmerksamkeit der Menschen auf ihre Läden lenkt. Dieser erhofften Reklame sahen sie sich durch das Wirken der Floristin und der Verlegung der Dreharbeiten beraubt.

Wenige Wochen später traten Coppola und ihre Filmleute ins nächste Fettnäpfchen. Diesmal vergriffen sie sich an etwas, was den New Yorkern geradezu heilig ist: an den umkämpften Parkplätzen der Millionenstadt. Um Szenen für „On the Rocks“ in Manhattan zu drehen, beanspruchte das Filmteam etliche Parkplätze mehrerer Wohnblöcke für sich. Das verärgerte so manchen Anwohner – zumal die Filmemacher dann auch noch so dreist waren, gar nicht erst am Drehort aufzukreuzen.

Positive und negative Effekte von Filmarbeiten

Verständlich ist der Ärger der Anwohner und der Geschäftsleute durchaus. Wenn sich eine Filmproduktion in einem Stadtviertel breit macht, dann bedeutet das nicht selten einen empfindlichen Eingriff in Lebens- und Arbeitsalltag der Menschen. In Europa ist das nicht anders als in New York. Auch hier wären Unternehmer – sei es die Besitzerin eines Tante-Emma-Ladens von nebenan oder die Betreiber eines größeren Kids Brand Stores – wenig begeistert darüber, wenn sich das Verhalten eines Filmteams negativ auf das Geschäft auswirken könnte.

Andererseits kann so eine Filmproduktion auch einen positiven Effekt auf das Wirtschaftsleben einer Stadt haben. Denn ein Film lenkt die Aufmerksamkeit nicht nur auf die Stadt und ihre Viertel, sondern auch auf die einzelnen Läden, Geschäfte, Restaurant oder Lokale, die hier angesiedelt sind. Das verspricht auch Coppolas „On the Rocks“ zu tun. Denn das Flanieren der Protagonisten und damit der Kamera durch die Straßen New Yorks ist bei der Tragikomödie Teil der Handlung. Erzählt wird in der Tragikomödie die Geschichte einer jungen Frau, die mit ihrem Vater eine Odyssee durch die Millionenmetropole erlebt. Die Hauptrollen im Film haben Rashida Jones und Bill Murray übernommen. Mit letzterem hatte Coppola übrigens für „Lost in Translation“ schon die Straßen Tokyos unsicher gemacht.

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